Uralte Gong-Rhythmen hallen durch Lâm Đồng, während das traditionelle Cồng Chiêng-Festival zurückkehrt
Erwachendes Hochland-Erbe
Die resonanten Klänge von Bronze-Gongs erfüllten die Luft im Đạ Teh-Bezirk am vergangenen Wochenende, als die Provinz Lâm Đồng ihr ambitioniertestes Cồng Chiêng-Festival in fast zwei Jahrzehnten startete. Über 3.000 Besucher versammelten sich am 8. und 9. Februar im Lạc Dương-Kulturzentrum, um Auftritte von 12 ethnischen Minderheitsgruppen zu erleben, die ein erneutes Engagement zur Erhaltung des von der UNESCO anerkannten immateriellen Kulturerbes markierten.
"Dies geht nicht nur darum, für Touristen aufzutreten", erklärte Nguyễn Văn Hùng, Direktor der Abteilung für Kultur, Sport und Tourismus von Lâm Đồng. "Wir verbinden junge Menschen in den Hochlandgebieten wieder mit den Stimmen ihrer Vorfahren. Die Gongs erzählen Geschichten von Ernte, Feier und Gemeinschaft, die nicht verloren gehen dürfen."
Wiederbelebung mit Wurzeln in der Gemeinschaft
Das Festival präsentierte Ensembles aus den K'Ho-, Ma- und Churu-Gemeinschaften in den bergigen Bezirken von Lâm Đồng. Die beeindruckendste Vorstellung kam von dem Ensemble des Dorfes Lát im Đạ Huoai-Bezirk, dessen 89-jähriger Meisterkünstler K'Briêng eine traditionelle Ritualzeremonie leitete, die seit 2009 nicht mehr öffentlich aufgeführt wurde.
Die Provinzbehörden haben 2,3 Milliarden VND (etwa 93.000 USD) für die Erhaltung der Gong-Kultur bereitgestellt, darunter Workshops in 15 Hochlandgemeinden und die Einrichtung eines Dokumentationszentrums in der Nähe des Langbiang-Berges.
Bildungseinfluss
"Ich verstand nie, warum meine Großmutter diese alten Gongs in unserem Haus aufbewahrte", teilte K'Linh, eine 16-jährige Schülerin aus Đà Lạt City, die mit ihrer Schule teilnahm. "Jetzt sehe ich, dass sie wie Bücher sind - jedes Rhythmusmuster enthält Wissen über die Jahreszeiten, Wettervorhersage, sogar Medizin."
Das Wiederbelebungsprogramm, das in Partnerschaft mit der Vietnam National Academy of Music gestartet wurde, wird 50 junge Künstler in den nächsten drei Jahren ausbilden. Monatliche Vorstellungen sind im Đà Lạt Flower Gardens und spezielle Wochenend-Shows im Trúc Lâm Zen-Kloster geplant.
Blick in die Zukunft
Die Organisatoren kündigten Pläne für einen permanenten Cồng Chiêng-Kulturraum in der Nähe der Cam Ly-Wasserfälle an, der Ende 2027 eröffnet werden soll. Die Einrichtung wird über 200 historische Gong-Sätze beherbergen und immersive Erfahrungen für inländische und internationale Besucher bieten.
"Đà Lạt ist bekannt für Blumen und Kaffee, aber die Seele der Hochlandgebiete schlägt in diesen Gongs", sagte Trần Thị Mai, eine Kulturwissenschaftlerin von der Đà Lạt-Universität. "Dieses Festival beweist, dass Tradition und Tourismus zusammenwachsen können, nicht gegeneinander."