Da Lat begrüßt während der Tet-Feiertagswoche einen Besucherrekord von 480.000 Gästen.
Städtische Infrastruktur am Limit: Tourismusboom erreicht neuen Höhepunkt
Đà Lạt hat während der Feiertage zum Tết Nguyên Đán 2026 alle bisherigen Tourismusrekorde gebrochen. Schätzungsweise 480.000 Besucher strömten zwischen dem 26. Januar und dem 2. Februar in die Bergstadt, wie das Tourismusministerium von Lâm Đồng mitteilte.
Dieser Besucheransturm bedeutet einen Anstieg von 35 % gegenüber Tết 2025 und markiert die höchste Besucherzahl in der Geschichte der Stadt. Die Hotelbelegung lag die ganze Woche über bei über 98 %, viele Hotels waren bereits Monate im Voraus ausgebucht.
„So etwas haben wir noch nie erlebt“, sagte Nguyễn Thị Mai Lan, Inhaberin eines Boutique-Hotels in der Trần Hưng Đạo Straße. „Mitte Dezember waren alle Zimmer für Tết ausgebucht. Manche Gäste boten sogar das Doppelte des Normalpreises, nur um eine Unterkunft zu ergattern.“
Beliebte Sehenswürdigkeiten überlaufen
Bekannte Reiseziele hatten mit dem Besucherandrang zu kämpfen. Der Wanderweg am Xuân-Hương-See war zu Stoßzeiten überfüllt, und am Langbiang-Berg wurde die Besucherzahl aufgrund von Bedenken hinsichtlich des Zustands und der Sicherheit der Wege auf 5.000 Personen pro Tag begrenzt.
Der Markt von Đà Lạt erlebte ein beispielloses Gedränge. Händler berichteten von Umsatzsteigerungen von 60 bis 80 % im Vergleich zum Vorjahr. Lokale Spezialitäten wie Erdbeeren, Artischocken und Arabica-Kaffee waren heiß begehrt, da die Besucher nach Mitbringseln für zu Hause suchten.
Das Stadtzentrum war während der gesamten Feiertagswoche von einem Verkehrschaos geplagt. Lê Văn Thành, stellvertretender Direktor des Tourismusbüros von Lâm Đồng, räumte die Herausforderungen ein: „Der Erfolg unserer Tourismusbranche hat neue Probleme geschaffen. Wir müssen in die Infrastruktur investieren, um dieses Wachstum verantwortungsvoll zu gestalten.“
Wirtschaftlicher Aufschwung mit Wachstumsschmerzen
Lokale Unternehmen feierten den wirtschaftlichen Aufschwung. Vorläufigen Schätzungen zufolge überstiegen die Tourismuseinnahmen in den acht Tagen 2,8 Billionen VND (ca. 115 Millionen USD). Blumengärten, Cafés und Abenteuerreiseveranstalter verzeichneten allesamt außergewöhnliche Gewinne.
Einwohner äußerten jedoch Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen des Massentourismus auf den Alltag. „Ich konnte auf dem Markt nicht einmal Gemüse kaufen“, klagte Trần Minh Hoàng, ein langjähriger Einwohner von Đà Lạt. „Die Straßen waren unpassierbar, und überall türmte sich der Müll.“
Ausblick
Die Stadtverwaltung kündigte Pläne zum Bau zusätzlicher Parkplätze und zur Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs vor Beginn der Sommerferien an. Es wird außerdem über die Einführung von Reservierungssystemen für beliebte Attraktionen und die Förderung weniger bekannter Sehenswürdigkeiten wie der Cam-Ly-Wasserfälle und des Tals der Liebe diskutiert, um die Besucherströme gleichmäßiger zu verteilen.
Nach dem Ende der Ferienzeit und der Rückkehr zur Ruhe in Đà Lạt steht die Stadt vor einer entscheidenden Frage: Wie lassen sich die wirtschaftlichen Vorteile des Tourismus mit dem Erhalt des beschaulichen Charmes in Einklang bringen, der die „Stadt des ewigen Frühlings“ so anziehend macht?