Đà Lạt erlebt seltenen Kälteeinbruch: Temperaturen sinken auf 3°C
Kältestes Wetter in der Hochlandstadt seit über zehn Jahren
Die Einwohner von Đà Lạt hüllten sich diese Woche in Wintermäntel und Schals, als ein ungewöhnlicher Kälteeinbruch die Temperaturen in der Hochlandstadt auf fast null Grad Celsius sinken ließ. In den frühen Morgenstunden wurden nur 3 °C gemessen – der kälteste Wert seit 2014.
Das Hydrometeorologische Zentrum Lâm Đồng berichtete, dass die Temperaturen am Berg Langbiang sogar noch tiefer sanken und am Donnerstagmorgen im Morgengrauen 1 °C erreichten. Dies veranlasste die Bauern in den umliegenden Gemeinden, vor möglichen Ernteschäden zu warnen.
„Ich lebe seit 45 Jahren in Đà Lạt, und das ist außergewöhnlich kalt“, sagte Nguyễn Thị Lan, eine Blumenverkäuferin auf dem Markt von Đà Lạt. „Wir mussten unsere Dahlien- und Hortensienstände über Nacht mit Plastikfolien abdecken. Einige der empfindlicheren Blüten haben es nicht überlebt.“
Tourismusboom trotz Kälte
Trotz der Bedenken der Landwirtschaft hat die extreme Kälte den Tourismus unerwartet angekurbelt. Hotels rund um den Xuân-Hương-See meldeten nahezu Vollauslastung, da vietnamesische Touristen aus Ho-Chi-Minh-Stadt und Hanoi in Scharen in die Region strömten, um dieses seltene Wetterphänomen zu erleben.
„Unsere Gäste haben nach zusätzlichen Decken und Wärmflaschen gefragt“, lachte Trần Minh Đức, Manager einer Pension in der Trần-Hưng-Đạo-Straße. „Manche haben noch nie so niedrige Temperaturen erlebt. Sie genießen es wie einen Winterurlaub in Europa.“
Cafés in der Nguyễn-Thị-Minh-Khai-Straße verzeichneten einen sprunghaften Anstieg der Verkäufe von heißer Schokolade und Glühwein, und viele Lokale waren bereits am Nachmittag ausverkauft.
Sorgen in der Landwirtschaft nehmen zu
Die Kälte hat bei Kaffee- und Gemüsebauern in der Region Besorgnis ausgelöst. Lê Văn Phong, Direktor des Landwirtschaftsamtes von Lâm Đồng, rief die Landwirte dazu auf, Schutzmaßnahmen für empfindliche Kulturen zu ergreifen.
„Erdbeerfarmen in der Gemeinde Trại Mát sind besonders gefährdet“, erklärte Phong am Freitag in einer Pressemitteilung. „Wir arbeiten mit den lokalen Behörden zusammen, um Hinweise zu Frostschutzmaßnahmen zu geben.“
Meteorologen führen den ungewöhnlichen Kälteeinbruch auf ein starkes Nordostmonsunsystem in Verbindung mit klarem Himmel zurück, wodurch sich die Wärme über Nacht schnell ausbreiten konnte. Das Hydrometeorologische Zentrum prognostiziert, dass die Temperaturen ab Sonntag allmählich wieder ansteigen und sich dem für Đà Lạt typischen Januarbereich von 12–18 °C annähern werden.
Reaktion der Stadt
Die Stadtverwaltung von Đà Lạt hat Wärmestuben in Gemeindehäusern eingerichtet und die Einwohner – insbesondere ältere und obdachlose Menschen – dringend gebeten, nachts Schutz zu suchen. Kliniken berichten von einem Anstieg der Fälle von Atemwegsinfektionen und Unterkühlung.
Während die Stadt auf wärmeres Wetter wartet, genießen Einheimische und Besucher gleichermaßen dieses seltene Wetterphänomen. In den sozialen Medien kursieren unzählige Fotos von frostbedeckten Kiefern und dampfenden Schüsseln Phở, die eingehüllt in Decken genossen werden.