Đà Lạt startet ehrgeizigen Plan zum Schutz des französischen Kolonialerbes
Neue Stadtplanungsrichtlinien schützen 127 historische Gebäude
Das Volkskomitee von Đà Lạt hat am 28. Januar umfassende Stadtplanungsrichtlinien zum Schutz des charakteristischen französischen Kolonialbauerbes der Stadt vorgestellt. Denkmalschützer begrüßten diesen Schritt, während einige Immobilienentwickler Bedenken äußerten.
Die Initiative, angeführt vom stellvertretenden Vorsitzenden Trần Minh Tuấn, stuft 127 Gebäude aus der französischen Kolonialzeit (1893–1954) als denkmalgeschützte Bauwerke ein. Für jegliche Umbauten oder Abrisse sind Sondergenehmigungen erforderlich. Die Liste umfasst ikonische Wahrzeichen entlang der Trần Phú Straße, den historischen Bahnhof von Đà Lạt sowie zahlreiche Villen in den Stadtteilen Tây Hồ und Phường 1.
„Die architektonische Identität von Đà Lạt ist untrennbar mit seiner französischen Kolonialvergangenheit verbunden“, sagte Tuấn auf einer Pressekonferenz im Hauptquartier des Volkskomitees der Provinz Lâm Đồng. „Diese Gebäude sind nicht nur Bauwerke – sie verkörpern den einzigartigen Charakter unserer Stadt, der jährlich Millionen von Besuchern anzieht.“
Entwicklung und Denkmalschutz im Einklang
Die neuen Bestimmungen führen ein dreistufiges Klassifizierungssystem für denkmalgeschützte Gebäude ein. Gebäude der Stufe 1, darunter die ehemalige Residenz von Bảo Đại im Palast III und das Kloster Domaine de Marie, genießen den strengsten Schutz. Renovierungen bedürfen der Genehmigung des Ministeriums für Kultur, Sport und Tourismus.
Gebäude der Stufe 2, vorwiegend private Villen am Hồ Xuân Hương See und im Marktviertel von Đà Lạt, müssen ihre ursprünglichen Fassaden bewahren, während Umbauten im Inneren zulässig sind. Gebäude der Stufe 3 genießen mehr Flexibilität, müssen aber dennoch Höhenbeschränkungen und architektonische Stilvorgaben einhalten.
Die Initiative stellt 45 Milliarden VND (ca. 1,8 Millionen USD) aus dem Provinzhaushalt für Restaurierungszuschüsse an private Eigentümer bereit. Zusätzliche Mittel werden aus dem Denkmalschutzfonds der Zentralregierung erwartet.
Gemischte Reaktionen der Beteiligten
Lê Hoàng Nam, Direktor des Denkmalschutzvereins Đà Lạt, bezeichnete den Plan als „einen wichtigen Schritt nach vorn“, äußerte jedoch Bedenken hinsichtlich der Durchsetzung. „Es gab schon früher Regelungen, aber die Umsetzung war uneinheitlich“, bemerkte er.
Die Immobilienentwicklerin Nguyễn Thị Hương, deren Unternehmen mehrere Gebäude aus der Kolonialzeit in der Nähe der Cam-Ly-Wasserfälle besitzt, äußerte Bedenken hinsichtlich der finanziellen Belastung. „Die Instandhaltung dieser alten Gebäude ist teuer. Die staatlichen Zuschüsse decken vielleicht 30 % der tatsächlichen Restaurierungskosten“, sagte sie.
Die Regelungen treten am 1. März 2026 in Kraft. Eigentümer haben eine sechsmonatige Übergangsfrist, um ihre Gebäude zu registrieren und Sanierungspläne einzureichen. Die Stadt hat außerdem Pläne für einen eigens dafür eingerichteten Architekturausschuss angekündigt, der ab April die Einhaltung der Vorschriften überwachen soll.