Die New Wave Kaffeeröstereien von Đà Lạt gewinnen internationale Spitzenpreise und machen die Stadt Highland City zu einem Hotspot für Spezialitätenkaffee.
Kaffeerevolution im Hochland
Die Spezialitätenkaffee-Szene in Đà Lạt erlebt einen beispiellosen Boom: Drei lokale Röstereien wurden dieses Jahr bei bedeutenden internationalen Wettbewerben ausgezeichnet und zogen die Aufmerksamkeit von Kaffeekennern von Melbourne bis Kopenhagen auf sich.
Das K'Ho Coffee Collective, in der Nähe des Langbiang-Berges ansässig, gewann letzten Monat Bronze bei den Roaster Guild Awards des London Coffee Festivals. Die Cầu Đất Roastery in der Trần Hưng Đạo Straße erhielt eine Auszeichnung im Rahmen des Programms „Röster des Jahres“ der Specialty Coffee Association. Der Newcomer Đà Lạt Origins, ansässig in einer umgebauten französischen Villa am Xuân Hương See, wurde bereits in zwei renommierten internationalen Kaffeemagazinen vorgestellt.
„Wir erleben einen grundlegenden Wandel in der Wahrnehmung vietnamesischen Kaffees weltweit“, sagt Nguyễn Minh Tâm, Gründer der Rösterei Cầu Đất. „Jahrzehntelang war Vietnam für Robusta und Instantkaffee bekannt. Jetzt beweisen wir, dass unser Arabica, der auf 1.500 Metern Höhe unter idealen Terroirbedingungen wächst, mit Bohnen aus Äthiopien oder Kolumbien mithalten kann.“
Vom Anbau bis zur Tasse
Der Erfolg basiert auf den einzigartigen Vorteilen von Đà Lạt: kühles Hochlandklima, vulkanischer Boden und die Nähe zu den Kaffeebauern der ethnischen Minderheiten der K'Ho und Chil, die seit Generationen Arabica anbauen. Diese neuen Röstereien gehen direkte Partnerschaften mit den Anbauern in nahegelegenen Gemeinden wie Lát und Đạ Chais ein und gewährleisten so die Qualitätskontrolle von der Kaffeekirsche bis zur Tasse.
Trần Thị Hương, eine Kaffeebäuerin in dritter Generation aus K'Ho, die die K'Ho Coffee Collective beliefert, hebt die wirtschaftlichen Auswirkungen hervor: „Vor fünf Jahren verkauften wir unsere Arabica-Kirschen für 35.000 Đồng pro Kilogramm. Dank direkter Handelsbeziehungen erzielen wir jetzt 95.000 Đồng. Unsere Kinder können im Dorf bleiben, anstatt nach Saigon zu ziehen.“
Tourismus-Hoffnungen
Die internationale Anerkennung schlägt sich bereits im Tourismuswachstum nieder. Đà Lạt Origins berichtet, dass 40 % ihrer Cafébesucher mittlerweile internationale Touristen sind, die gezielt nach preisgekröntem vietnamesischem Spezialitätenkaffee suchen.
Das Tourismusamt von Lâm Đồng entwickelt einen „Kaffee-Kulturpfad“, der Röstereien, Farmen und Verkostungsräume in der ganzen Stadt miteinander verbindet und im April eröffnet werden soll. Die Route führt unter anderem zur Kaffeeabteilung des Marktes von Đà Lạt, zu historischen Kaffeefarmen in der Nähe der Cam-Ly-Wasserfälle und zu Verarbeitungsbetrieben im Ta-Nung-Tal.
„Wir wollen nicht das nächste Chiang Mai oder Bali werden“, erklärt Phạm Văn Long, Direktor der K'Ho Coffee Collective. „Đà Lạt hat seine eigene Geschichte – indigene Anbautraditionen, die französische Kolonialkaffeekultur und heute eine neue Generation, die sich Nachhaltigkeit und Qualität verschrieben hat. Genau diese Authentizität suchen internationale Käufer.“